Die platzierten Projekte

Themenfeld Landbewirtschaftung

Platz 1

35 Jahre ökologische Bewirtschaftung auf dem Biohof Lex

Initiator:Biohof Lex
Ort:85461 Bockhorn
Internet:www.biohof-lex.de

Beschreibung:
Der Biohof Lex ist ein seit 1980 ökologisch bewirtschafteter landwirtschaftlicher Betrieb. Zurzeit bewirtschaftet der Hof ca. 120 ha, die er zum Teil als Bio-Saatgut über den Naturland-Verband vermarktet, zum Teil aber auch selbst verarbeitet und an Privatkunden, Läden und Bio-Großhandel vertreibt. Weiterhin engagiert sich der Biohof Lex in der Bildungsarbeit für Landwirte, Verbraucher, Kinder und Schüler.

Bereits 1976 begann der Gründer Lorenz Lex aus gesundheitlichen Gründen umzudenken. Biolandbau gab es zu dem Zeitpunkt kaum und die ersten Jahre waren extrem schwierig. Aus heutiger Sicht war es ein ökonomischer Wahnsinn, Produkte zu erzeugen, für die es keine Abnehmer gab. Erst mit den Jahren konnte Lorenz Lex eine eigene Vermarktung aufbauen und mit seinem Qualitätsbewusstsein einen Kundenstamm aufbauen. Der kleine Hofladen sowie die Vermarktung des Naturland-Verbandes trugen dazu bei.

Heute hat der Hof eine funktionierende Vermarktung und übernimmt soziale Verantwortung mit der Veranstaltung des Schulklassenprogramms "Erforsche die VIELFALT auf einem Biohof". Darin werden SchülerInnen spielerisch an das Thema "Biologische Vielfalt" in Verbindung mit Ökolandbau und gesunder Ernährung herangeführt.

Platz 2

Dem Menschen und der Natur zu liebe

Initiator:Öko Weingut Schmalzried
Ort:71404 Korb
Internet:www.weingutschmalzried.de

Beschreibung:
Das Öko-Weingut Schmalzried ist das erste seiner Art in Württemberg. Es bewirtschaftet knapp 10 ha auf dem Korber Kopf, Hanweiler Berg und Kleinheppach. Begonnen wurde im Jahr 1976 mit der Umstellung von 4 ha auf ökologischen Weinbau. Gemeinsam mit anderen Winzern aus Deutschland gründete Hermann Schmalzried den EcoVin Verband mit der Prämisse auf ökologischen, nachhaltigen Weinbau.

In der Anfangsphase wurde viel Versuchsarbeit geleistet, um geeignete Pflanzen, Pflege und Stärkungsmittel zu finden, die ohne chemisch-synthetische Wirkungen sind. Schnell war klar, dass nicht nur die Rebe gefördert werden muss, sondern auch der Boden auf dem sie steht, damit sich die Rebe aus eigener Kraft gegen Pilzbefall wehren kann.

Beachtet wird der gesamte Lebensraum der Rebe. Einbezogen werden dabei die Bodenfruchtbarkeit, der Humusgehalt, Erosionsschutz. Artenreichtum und naturgemäße Begrünung sowie Lebensraumbeschaffung, Förderung und Schutz als auch Schaffung von Brutmöglichkeiten und Futterstandorten für Insekten und Kleintiere sind wichtige Ziele der Arbeit auf dem Demeter-zertifizierten Öko-Weingut.

Platz 3

Initiative "Solidarische Landwirtschaft Erfurt"

Initiator:SoLawi Erfurt - Manfred Weber
Ort:99099 Erfurt
Internet:www.solawi-erfurt.de

Beschreibung:
Die Initiative "Solidarische Landwirtschaft Erfurt" ist aus bürgerlichem Engagement entstanden. Ihr Ziel ist es, mehr Menschen in der Region Erfurt den Zugang zu frischen Lebensmitteln aus ökologischem Anbau zu ermöglichen. Zu diesem Zweck soll der Verein "SoLawi-Erfurt e.V." gegründet werden.

Ernährung ist ein Querschnittsthema das jede/n betrifft und hat ein reales Veränderungspotenzial, im Hinblick auf die Größe der je nach Ernährungsstil benötigten landwirtschaftlichen Fläche. Hinter dem Projekt steckt eine völlig andere Idee der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und VerbraucherInnen: die VerbraucherInnen kaufen nicht mehr einzelne Lebensmittel, sondern finanzieren gemeinsam den landwirtschaftlichen Hof und erhalten im Gegenzug für einen pauschalen monatlichen Beitrag quasi ein "all you can eat" Arrangement für eine große Vielfalt an Produkten.

Die als SoLawi organisierte Erzeuger-Verbrauchergemeinschaft gibt LandwirtInnen und GärtnerInnen die Möglichkeit sich auf ihre Haupttätigkeit zu konzentrieren: Pflege und Erhalt eines ökologisch intakten Bodens. Gleichzeitig trägt sie zur wirtschaftlichen Stärkung kleiner Höfe bei und unterstützt die Umsetzung des politisch gesteckten Ziels, den Anteil des Ökoanbaus auszuweiten.

Themenfeld Flächenmanagement, Flächennutzung, Flächenrecycling

Platz 1

Natur in graue Zonen – Kampagne zur naturnahen Begrünung innerstädtischer Firmengelände

Initiator:Wissenschaftsladen Bonn e.V.
Ort:52113 Bonn
Internet:www.natur-in-graue-zonen.de

Beschreibung:
"Natur in graue Zonen zu bringen". Unter diesem Motto steht die dreijährige Kampagne in den drei Modellstädten Duisburg, Erfurt und Wiesloch, die nun – im letzten Projektjahr – auch auf weitere Städte ausgedehnt werden soll.

Neben dem direkten ökologischen Nutzen zielt die Kampagne darauf ab, für die innerstädtischen Spielräume und Potenziale einer Entsiegelung und entsprechenden Begrünungen zu sensibilisieren. UnternehmerInnen und BürgerInnen werden zu Akteuren und können Teile ihrer Betriebsflächen begrünen, ohne dass dabei die Funktionsflächen eingeschränkt werden. Daher werden exemplarische Flächen - Eingangsbereiche, Parkplätze, Außenbegrenzung, Aufenthaltsbereiche - von 50-100 qm Größe bearbeitet. Mit einer solchen "Grünen Visitenkarte", die die Stadt grüner und lebenswerter werden lässt, gewinnt das Unternehmen zusätzlich an Attraktivität für Kunden und Mitarbeiter/innen.

Um eine langfristige Verankerung und Akzeptanz in den beteiligten Modellstädten zu ermöglichen, werden Projektpartnerschaften mit den jeweiligen Bürgerstiftungen und Wirtschaftszusammenschlüssen in den beteiligten Städten vereinbart.

Platz 2

Bodenschutzkonzept Stuttgart (BOKS)

Initiator:Amt für Umweltschutz Landeshauptstadt Stuttgart
Ort:70182 Stuttgart
Internet:www.stuttgart.de/bodenschutzkonzept

Beschreibung:
Zur Jahrtausendwende wurde offensichtlich, dass die fortgesetzte rapide Besiedelung seit 1900 zu einem vollständigen Verlust der Böden und Freiflächen Stuttgarts bis etwa 2080 führen würde. Um diesen Trend zu brechen wurde 2001 beschlossen, ein "Bodenschutzkonzept Stuttgart" (BOKS) zu entwickeln. Die Inanspruchnahme naturnaher Böden im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Bodenressourcen sollte ab jetzt gesteuert werden.

Seit 2006 sind die Methoden und Ziele des BOKS per Gemeinderatsbeschluss verbindlicher Bestandteil der Stuttgarter Bauleitplanung. Damit ist es gelungen, trotz moderner Stadtentwicklung auf eine Neuinanspruchnahme von Böden weitestgehend zu verzichten.

Inzwischen hat konzeptioneller Bodenschutz in der Bauleitplanung eine Rechtsgrundlage. Deren praktische Umsetzung unterstellt, dass Planer und Kommunen über geeignete Fachgrundlagen und Indikationsmethoden zur Beurteilung der Bodeninanspruchnahme verfügen. Zusätzlich wird verlangt, für alle von Planungen betroffenen Umweltmedien – hierzu zählt in erster Linie der Boden – Ziele zu definieren und Maßnahmen vorzubereiten, mit denen eine nachhaltige Ressourcenwirtschaft betrieben werden kann. Dies schließt Erfolgskontrollen im Sinne eines Monitorings und Korrekturen durch Steuerung mit ein.

Platz 3

Quartiershof Dessau – die neue StadtLandschaft produktiv machen

Initiator:Urbane Farm Dessau
Ort:06846 Dessau
Internet:www.urbane-farm.de, blog.urbane-farm.de

Beschreibung:
Der Quartiershof Dessau ist eine Nachbarschaftsinitiative, die von Mitgliedern sozialer Einrichtungen, von Unternehmern, Bildungsträgern, Bürgern und Vereinen gemeinsam entwickelt wird. Verortet ist das Projekt im Dessauer Quartier Am Leipziger Tor, einem Stadtteil, der sehr stark von Bevölkerungsschwund, Leerstand und sozialer Segregation betroffen ist.

Im Rahmen der Dessauer Stadtumbaustrategie "Urbane Kerne - landschaftliche Zonen" kommen wichtige Impulse für die Entwicklung städtischer Quartiere auch von der Stiftung Bauhaus Dessau. Diese ist Mitinitiator des Projekts.

In Dessau-Roßlau ist Neuland zu gewinnen. Seit 2002 werden großflächig und innerstädtisch Gebäude abgerissen. Der durch Rückbau neu gewonnene Freiraum soll produktiv gemacht werden: für den Anbau gesunder Lebensmittel und die Produktion erneuerbarer Energien mitten in der Stadt. Es werden neue Grünflächen für ökologische Verbesserungen mitten in der Stadt geschaffen sowie Strategien von Nah- und Selbstversorgung entwickelt.

In Zukunft sollen Jugendliche hier auch die Möglichkeit für Ausbildung und Beschäftigung erhalten und neue Berufsbilder wie den Kreislaufmanager, den Energiewirt oder Urbanen Bauer kennenlernen. Damit wird der Quartiershof zugleich zu einem Lernort, indem ökonomische Wertschöpfung mit Bildungs- und Sozialarbeit verknüpft wird.

Regionaler Garten- und Gemüsebau

Platz 1

ANNALINDE Gärtnerei – Erhaltung des Kulturgutes Stadtgärtnerei durch ökologischen Gartenbau und partizipative Bildungsprojekte

Initiator:ANNALINDE gGmbH
Ort:04177 Leipzig
Internet:www.annalinde-leipzig.de

Beschreibung:
Die ANNALINDE gGmbH betreibt soziale urbane Landwirtschaft im Leipziger Westen. Ziel ist es, Orte des Austausches und des Lernens zu Fragen des lokalen und ökologischen Anbaus von Lebensmitteln, der biologischen Vielfalt, des nachhaltigen Konsums, des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen und einer zukunftsfähigen Nachbarschafts- und Stadtentwicklung zu schaffen.

Die gemeinnützige Organisation betreibt einen Gemeinschaftsgarten und belebt eine Gärtnerei wieder, in der Gemüse nach den Maßstäben des ökologischen Landbaus ebenso wie soziales Miteinander und wechselseitiges Lernen kultiviert wird. Zusätzlich wird noch in diesem Jahr eine städtische Streuobstwiese auf einer alten Industriebrache etabliert, um diese für partizipative Bildungsangebote im Bereich der Umweltbildung und darüber hinaus zu nutzen.

Die ANNALINDE gGmbH sieht sich als modellhaftes Bindeglied und Multiplikator zwischen den Gemeinschaftsgärten als Begegnungs- und Bildungsorten, der regionalen, ökologischen Landwirtschaft als Teil der lokalen und ressourcenschonenden Ökonomie sowie regionalen VerbraucherInnen, um so auch das Bewusstsein für die Bedeutung städtischen Grüns und des Bodens als wichtigster Ressource zu fördern.

Platz 2

BioKräuter aus Oberhavel

Initiator:BioKräuterei - Matthias Anders
Ort:16515 Oranienburg
Internet:www.biokraeuterei.de

Beschreibung:
Die BioKräuterei Oberhavel will ein Beispiel dafür geben, wie nachhaltiges Wirtschaften unter regionalen Bedingungen verwirklicht werden kann, verbunden mit der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Vermittlung von Bildung für nachhaltige Entwicklung und von entsprechenden Kompetenzen.

Mit der BioKräuterei Oberhavel sollte von Beginn an eine regional verankerte Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt und umgesetzt werden. Durch Zusammenwirken von Erfahrungswissen und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, gestützt durch die Anwendung moderner Technologie, sollte ein Modell nachhaltigen Wirtschaftens in der Region Brandenburg geschaffen werden.

Bestandteil der Strategie ist die Entwicklung einer hohen Bodenfruchtbarkeit in Wechselwirkung mit einer hohen Biodiversität. Dabei werden bewährte Arbeitsweisen insbesondere im Hinblick auf die Bodenverbesserung genutzt aber auch in Zusammenarbeit mit Fachleuten und Wissenschaftlern/innen neue Arbeitsweisen geschaffen.

Der Anbau der Pflanzen erfolgt nach biologischen und ökologischen Gesichtspunkten. Er unterliegt den Richtlinien und Kontrollen des Verbund Ökohöfe und der EU.

Platz 3

Bodenstationen Ökostation Freiburg

Initiator:Ökostation Freiburg
Ort:79110 Freiburg
Internet:www.oekostation.de/bodenstationen

Beschreibung:
Das Umweltbildungszentrum in Freiburg entwickelt innovative und attraktive Projekte zur Umweltbildung und zur nachhaltigen Entwicklung. Ein ökologisches Modellhaus und ein naturnahes Gartengelände mit Biogarten und Kräutergarten laden zur Besichtigung ein. Die Ökostation führt Veranstaltungsreihen, Seminare und Workshops für die Öffentlichkeit durch. Wichtige Zielgruppen sind Schulen und Kindergärten und Familien mit Kindern als Multiplikatoren. Die Ökostation bietet als außerschulischer Lernort vielfältige Möglichkeiten, Natur und Umwelt praktisch kennen zu lernen.

BODENSTATIONEN an der Ökostation ist ein Programm, das verschiedene Angebote für alle Altersgruppen anbietet. Dies ermöglicht lebenslanges Lernen rund um das Themenfeld Boden. Ziel ist es zu vermitteln, wie wichtig ein gesunder Boden ist und wie jeder Mensch selbst dazu beitragen kann, Boden zu erhalten, zu schützen und zu verbessern. Circa 15.000 Teilnehmer besuchen die Ökostation jährlich bei circa 600 Veranstaltungen. Schwerpunkt sind die Besuche im grünen Klassenzimmer.

Ausgestaltung von Pachtverträgen

Platz 1

Vergabe kirchlicher Landpachtflächen in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

Initiator:Evangelische Kirche Mitteldeutschland
Ort:39104 Magdeburg
Internet:www.ekmd.de

Beschreibung:
Von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands werden ca. 75.000 ha land- und forstwirtschaftliche Fläche verwaltet. Die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen erfolgt über Pachtverträge mit regionalen Landwirtschaftsbetrieben.

Bei der Pächterauswahl stehen dabei nicht die wirtschaftlichen Aspekte im Vordergrund, sondern die regionale Bewirtschaftung und der nachhaltige Umgang mit dem Boden. In den Pachtverträgen ist festgelegt, dass bei der Bewirtschaftung u.a. dem Umweltschutz in angemessener Weise Rechnung zu tragen ist. Insbesondere auf Bodengesundheit, Gewässer- und Artenschutz ist zu achten. Bodenerosion ist mit zumutbarem Aufwand zu vermeiden. Fäkal- und Klärschlämme, Fäkalien, gewerblicher Kompost, Papierschlämme oder vergleichbare Stoffe dürfen auf die Flächen nicht aufgebracht werden.

Der Bewirtschafter ist verpflichtet, auf eigene Kosten die ordnungsgemäße Bewirtschaftung in Form von Bodenuntersuchungsergebnissen und/oder Sortennachweisen über Saat- und Pflanzgut zu belegen. Neben einer Reglung zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Boden ist für die EKM eine sozialgerechte Verteilung des Bodens von großer Wichtigkeit.

Platz 2

Unser Land in der Region

Initiator:BioAcker e.G.
Ort:57234 Wilnsdorf
Internet:in Arbeit

Beschreibung:
Die BioAcker e.G. ist eine gewerbliche Genossenschaft, die landwirtschaftliche Flächen erwirbt und diese unter der Bedingung einer regional eingebundenen ökologischen Bewirtschaftung verpachtet.

Ziel ist es, durch die ökologische Landwirtschaft die Fruchtbarkeit des Bodens langfristig zu bewahren und nachhaltig zu steigern, hochwertige Lebensmittel in Verbindung mit größtmöglicher Biodiversität hervorzubringen und Menschen und Tieren damit eine gesunde Lebensgrundlage zu schaffen. Die BioAcker e.G. pflegt und bewahrt Kulturlandschaften als Ort und Heimat für menschliche Gemeinschaften.

Vor diesem Hintergrund erwirbt die Genossenschaft mit dem Geschäftsguthaben ihrer Mitglieder landwirtschaftliche Flächen, um sie regional eingebundenen Höfen zur ökologischen Bewirtschaftung zur Verfügung zu stellen, die sich den Zielen der Genossenschaft verpflichten. Die Mitglieder der Genossenschaft sollen in Gemeinschaft mit den Menschen auf den Höfen die Möglichkeit haben, persönliche Verantwortung für Grund und Boden wahrzunehmen und sich am Leben der Betriebe zu beteiligen. Dies soll ein Beitrag zur Entwicklung neuer und zukünftiger Eigentumsformen für eine nachhaltige Landwirtschaft sein.

Platz 3

Pachtvertrag zur regional eingebundenen Bio-Bewirtschaftung

Initiator:Kulturland eG
Ort:29456 Hitzacker
Internet:www.kulturland-eg.de

Beschreibung:
Die Kulturland eG organisiert als Genossenschaft "Allmende" für die ökologische Landwirtschaft mit einer gemeinschaftlichen Verantwortung für landwirtschaftlichen Grund und Boden. Sie unterstützt regional eingebundene, bäuerlich geführte Biohöfe, die direkt vermarkten, den Hof öffnen, Naturschutzmaßnahmen durchführen, betreute Menschen integrieren oder pädagogisch mit Schulklassen arbeiten.

Mit den zinsfreien Einlagen der Genossen kauft die Kulturland eG Ackerland, Wiesen, Weiden, Hecken und Biotope zur Weiterverpachtung an Landwirte. Die Genossen werden möglichst direkt am Hofleben beteiligt.

Der Pachtvertrag der Kulturland eG garantiert dem Landwirt eine langfristige Flächensicherheit zu leistbarer Pacht. Im Gegenzug verpflichtet er sich über den Ökolandbau hinaus zur Einhaltung einer Reihe von Bedingungen, die die Einbindung des Hofes in dessen gesellschaftliches Umfeld gewährleisten. Damit soll sichergestellt werden, dass die genannten Leistungen des Hofes für die Region in der betrieblichen Entwicklung planmäßig verankert werden.

Bildung- und Öffentlichkeitsarbeit

Platz 1

2000 m² – Zukunftsstiftung Landwirtschaft

Initiator:Zukunftsstiftung Landwirtschaft
Ort:10117 Berlin
Internet:www.2000m2.eu/de

Beschreibung:
Die globale Landwirtschaft braucht einen Paradigmenwechsel, der den Ressourceneinsatz minimiert und im Kreislauf führt. Überkonsum wie Unterernährung, Überbeanspruchung wie Verödung des Bodens gilt es gleichermaßen zu überwinden.

Vor diesem Hintergrund suchten die Initiatoren des Projektes 2000m² nach einem verständlichen Symbol und nach einem Rahmen, im dem sich diese komplexe Materie bildhaft darstellen und in einfachen Geschichten erzählen lässt. Wie können abstrakte Themen wie Bodenerosion, Biodiversität, gesunde Welternährung, Klimaanpassung, Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf vielen Menschen so fassbar werden, dass sie den eigenen Beitrag schätzen und gemeinsame Veränderungen einschätzen können, dabei Spaß haben und Mut bekommen zu eigenen Schritten?

Die Tatsache, dass 1,4 Milliarden Hektar Ackerfläche weltweit rund 7 Milliarden Menschen ernähren, bietet ein eingängiges Bild. Auf 2000m², etwa einem Viertel Fußballfeld, muss alles wachsen, was ein Mensch an Ackerfrüchten verbraucht.

Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft hat dieses Feld zunächst gezeichnet und beschrieben. Auf einer Webseite, in Leporellos und Broschüren erklärt sie in verschiedenen Sprachen was es mit "meinen 2000m²" auf sich hat. Zusätzlich wurde tatsächlich ein "Kleiner Weltacker an der Havel" angelegt, der seit 2014 öffentlich bestellt wird. Zuerst spiegelte er wieder, was weltweit auf 1,4 Mrd. ha angebaut wird. Jetzt wird gezeigt, dass 2000m² mehr als genug sind, um einen Menschen gut und gesund zu ernähren.

Platz 2

Bodengarten Gartenarbeitsschule Ilse Demme

Initiator:Gartenarbeitsschule Ilse Demme
Ort:14199 Berlin
Internet:www.gartenarbeitsschule.de

Beschreibung:
Gerade in Städten geht Kindern, Jugendlichen aber auch Erwachsenen der unmittelbare Kontakt zur Natur und im speziellen zum Boden verloren. Nur durch eine nachhaltige Bildung hin zu einem verbesserten Bodenbewusstsein und einer Wahrnehmung der Belange des Bodenschutzes kann die Ressource Boden langfristig geschützt werden.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt suchte zunächst nach einer Möglichkeit, das Interesse der Menschen für das Thema Boden zu erwecken. Kinder begegnen vielen Themen meist viel unvoreingenommener als Erwachsene. Zudem ist die Sensibilisierung für viele Problematiken einfacher und effektiver, da man sie ihnen auf spielerische und bildhafte Weise näher bringen kann. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für den berlin- und deutschlandweit ersten Bodengarten erschien die Gartenarbeitsschule Ilse Demme in Charlottenburg-Wilmersdorf ideal.

Der Bodengarten bietet als experimentelle Werkstatt Kindern und Jugendlichen eine vielfältige, anspruchsvolle und lebendige Möglichkeit mitten in der Stadt den Boden kennenzulernen, zu erleben und zu verstehen. Mit Hilfe einer Handreichung und Infomaterial können sich Schul- und Kindergartengruppen einen Tag mit dem Boden selbstständig gestalten. Hierbei steht das aktive und selbsttätige Erkunden des Mediums im Mittelpunkt. Die Kinder haben Platz an offenen Lernstationen experimentell naturwissenschaftliche Phänomene zu erforschen und eine Verbindung zu den anderen Angeboten der Gartenarbeitsschule zu schaffen.

Platz 3

Bodenwahrnehmung für Natur- und Landschaftsführer in Schutzgebieten

Initiator:Terolog GmbH
Ort:21335 Lüneburg
Internet:www.terolog.de

Beschreibung:
Die Terolog GmbH initiiert, entwickelt und führt Projekte im Bereich Umweltschutz und Regionalentwicklung durch. Themenschwerpunkte sind neben aktuellen Fragen des Naturschutzes, Bodenmonitoring und Bodenkommunikation.

Bisher spielen bei Natur- und Landschaftsführungen die Aspekte des Bodenschutzes kaum eine Rolle. Daher ist das primäre Anliegen des Projektes, zertifizierte Natur- und Landschaftsführer in Schutzgebieten für das Thema "Boden" zu interessieren, mit dem Ziel, sie als kompetente Multiplikatoren für das Thema "Boden als schützenswerte Ressource" zu gewinnen.

Natur- und Landschaftsführer sollen motiviert und vor allem aktiv dabei unterstützt werden, Bodenaspekte in ihr jeweils bestehendes Gästeführungskonzept zu integrieren. Das Projekt geht dabei davon aus, dass das Thema Boden geeignet ist, die Attraktivität von Gästeführungen zu steigern und somit den Natur- und Landschaftsführern einen zusätzlichen Nutzen zu verschaffen. Es geht also nicht darum, spezielle neue "Bodenführungen" zu entwickeln, sondern bewährte Konzepte dort zu erweitern, wo es sinnvoll und eine Bereicherung ist.

Sonderpreise

"Lumbricus terrestris – Der Regenwurm", "Hymenoptera - Die wilden Bienen"

Initiator:Fräulein Brehms Tierleben - Barbara Geiger
Ort:10117 Berlin
Internet:www.brehms-tierleben.com

Beschreibung:
Gründungsidee war der Gedanke, die Inhalte des Tierbuchklassikers Alfred Brehms Tierleben mit den Mitteln des Schauspiels in die heutige Zeit zu übertragen. Mit den Stücken soll die Bedeutung der jeweiligen Tierarten für die Natur aufgezeigt werden. Die Komplexität der Natur und die Zusammenhänge, in denen die jeweiligen Tierarten stehen, sollen vermittelt werden.

Mit dem Stück "Lumbricus terrestris – Der Regenwurm" wird die Bedeutung des Regenwurms für die Fruchtbarkeit des Bodens aufgezeigt und welche Konsequenzen Überdüngung, Bodenverdichtung und das unsachgemäße Pflügen des Bodens für den Regenwurm haben.

In ausführlichen Recherchen werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über die Tierart gesammelt und dann von der Autorin, Schauspielerin und Regisseurin Barbara Geiger in eine für eine öffentliche Präsentation angemessene Form gebracht. Das etwa einstündige Stück wird von einer in die Rolle des Fräulein Brehm schlüpfenden Schauspielerin vor Publikum präsentiert. Dabei kann die Schauspielerin sich ganz und gar auf ihre eigenen Mittel bei der Darstellung verlassen. Ergänzt wird das Spiel ausschließlich durch eine größere Anzahl von Bildern und Tonbeispielen.

Biologischer Landbau in Eichstetten

Initiator:BioDorf Eichstetten
Ort:79356 Eichstetten
Internet:www.eichstetten.de

Beschreibung:
Die Idee des biologischen Landbaus wurde aus englischer Kriegsgefangenschaft mit nach Eichstetten gebracht. In der Folge stellten sechs Landwirte aus Eichstetten auf den biologischen Landbau um. Im Laufe der Jahre gab es noch zahlreiche weitere Umstellungen, so dass die Gemeinde auf ihrer Gemarkung heute mit ca. 26 % anerkannt ökologisch bewirtschafteter Fläche – fast 5 mal so viel wie der Bundesdurchschnitt – vorweisen kann.

Das Hauptmotiv der frühen Umsteller war die Sorge um die Bodenfruchtbarkeit. Dementsprechend kann man heute sagen, dass ein erheblicher Teil des Bodens auf Eichstetter Gemarkung schon jahrzehntelang aufbauend bewirtschaftet wird.

Von Eichstetten gingen im Laufe der Jahre wesentliche Impulse für den ökologischen Landbau in Deutschland aus. So wurde die Gründung des Biolandverbands 1972 von Eichstetten stark mitinitiiert.

Eine weitere Zielgruppe der Eichstetter BioBauern sind die Konsumenten. Im Laufe von 60 Jahren gab es unendlich viele Veranstaltungen zur Aufklärung der Konsumentenschaft über die Besonderheiten des Ökologischen Landbaus in Bezug auf den Boden und seiner Fruchtbarkeit.

Feldrandschilder "Wir stehen auf Boden"

Initiator:Katholische Landjugendbewegung Deutschlands e.V. (KLJB)
Ort:53604 Bad Honnef - Rhöndorf
Internet:www.kljb.org/bodenfruchtbarkeit

Beschreibung:
Die Bundesversammlung der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands e.V. hat im März 2014 den Beschluss "Lebendige Böden – verstehen, respektieren, schützen" gefasst und sich dafür ausgesprochen, das Thema präsent zu machen und auch die nicht-landwirtschaftliche Öffentlichkeit für den Wert fruchtbarer und lebendiger Böden zu interessieren und auf das, was in der Landschaft, auf dem Acker und im Wald passiert, aufmerksam zu machen.

Vor diesem Hintergrund entstand die Idee von Feldrandschildern zu den Themen Bodenfunktionen, Bodennutzung, Grünland, Regenwürmer, Fruchtfolge und Waldboden. Die Schilder sollen u.a. an Feld- und Wegrändern sowie an Jugendbildungsstätten aufgestellt werden. Sie sollen wissenswerte Facts vermitteln aber auch zum Nachdenken und spielerischen Ausprobieren anregen.

Im Rahmen der Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche sollen mit den Feldrandschildern Impulse für die Auseinandersetzung mit landwirtschaftlichen Themen im Rahmen von Gruppenstunden in den KLJB-Ortsgruppen aber auch Ideen für weiterführende Aktionen (Schilderrallye, Hofbesichtigungen, Ausheben einer Bodengrube, …) gegeben werden.

Bis August 2015 wurden bereits mehr als 750 Schilder in den Diözesanverbänden aufgestellt.

Nachhaltige ländliche Entwicklung in Kamataka, Indien

Initiator:Susila Dharma – Soziale Dienste e.V.
Ort:21109 Hamburg
Internet:www.susiladharma.de

Beschreibung:
Susila Dharma - Soziale Dienste e.V. (SD) ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für eine gerechte und nachhaltige Entwicklung im In- und Ausland einsetzt. Seit 2008 unterstützt der Verein Maßnahmen von ANISHA im Bereich organischer Landwirtschaft im Dürregebiet des Chamarajanagar Distrikts in Karnataka. Langfristig sollen sie die Einkommens- und Ernährungssituation von Kleinbauern und Landlosen verbessern.

Zum Ende des Jahres 2014 wurden bereits 208 ha von Projektteilnehmern organisch bewirtschaftet. Es werden keine chemischen Düngemittel oder Pestizide mehr verwendet und die Bauern und ihre Familien konsumieren nur noch organische Produkte. Die Böden, die vor Projektbeginn sehr ausgelaugt waren, wurden durch die Düngung mit Mulch und Kompost deutlich verbessert. Die nachhaltige Verbesserung der Ernährungssituation wurde erreicht. Die Hausgärten, die von den landlosen Familien eingerichtet wurden, haben inzwischen eine neunmonatige Produktivität erreicht.

Ein Hinweis für die positiven Auswirkungen ist außerdem die Verschiebung hin zu organischer Landwirtschaft auch in den umliegenden Bezirken, die nicht Teil des Projektes waren. Hier dominierte bisher die chemische Landwirtschaft. Viele Landwirte aus diesen Bezirken haben Kontakt zu ANISHA aufgenommen, um einheimisches Saatgut sowie Informationen zu organischen Anbaumethoden zu erhalten. Bauern, die schon mit der organischen Landwirtschaft angefangen haben, versuchen deren Einsatz auszuweiten.